23.
Okt 2020

Wegen Dieselskandal: Erneut Razzia bei Continental

Im Dieselskandal nimmt der Druck auf Continental zu: Ende September durchsuchten Ermittler erneut mehrere Geschäftsräume des DAX-Konzerns. Schon im Juli gab es an verschiedenen Continental-Standorten Razzien. Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft: Beihilfe zum Betrug. So soll Continental eine Software entwickelt haben, mit der Volkswagen seine Diesel-Fahrzeuge illegal manipulieren konnte. Continental zählt zu den weltweit größten Autozuliefern und liefert Autoteile an zahlreiche große Fahrzeughersteller. 

Die Razzien seien laut Medienberichten angeordnet worden, weil sich durch die Durchsuchungen im Juli Hinweise auf weitere wichtige Dokumente und Personen ergeben haben. Laut der WirtschaftsWoche wird unter anderem gegen mindestens sieben aktive und ehemalige Mitarbeiter des Autozulieferers ermittelt.  

War Continental auch an anderen PKW-Manipulationen beteiligt? 

Bereits im Januar 2020 gab im Zusammenhang mit dem Dieselskandal Durchsuchungen bei dem Hannoveraner Unternehmen. Damals ging es jedoch um einen anderen Kunden von Continental: Mitsubishi. Was der aktuelle Ermittlungsstand in dieser Untersuchung ist, ist momentan nicht bekannt. 

  

Weitere Zulieferer sind in den Abgasskandal involviert 

Auch andere Zulieferer aus der Automobilindustrie mussten sich bereits für ihre Verfehlungen im Rahmen des Dieselskandals verantworten. Bosch zahlte im Mai 2019 beispielsweise ein Bußgeld in Höhe von 90 Millionen Euro wegen der Auslieferung von rund 17 Millionen Steuergeräten für die Manipulationssoftware von VW.  

Mitte Juni 2020 akzeptierte auch ZF Friedrichshafen ein Bußgeld in Höhe von 42,5 Millionen Euro, da das Unternehmen Getriebesoftware an verschiedene Autokonzerne ausgeliefert hatte, mit deren Hilfe der Stickoxid-Ausstoß von Dieselfahrzeugen im Straßenbetrieb deutlich höher ausfiel als auf dem Prüfstand. Zu den größten Automobil-Kunden des Unternehmens gehören unter anderem BMW und Daimler.  

  

Abgasskandal: Betroffene Fahrzeughalter sollten sich wehren 

“Der Dieselskandal betrifft nicht nur Autobauer, sondern auch zahlreiche Zulieferer. Das ist bereits seit längerer Zeit bekannt. Für betroffene Verbraucher ist es wichtig, dass dieser Betrug endlich vollständig aufgeklärt wird. Auch mehr als fünf Jahre nachdem der Abgasskandal erstmals medial diskutiert wurde, gibt es noch immer eine Menge Fragezeichen”, meint der Rechtsanwalt Claus Goldenstein, der mit seiner Kanzlei mehr als 22.000 Mandanten in der Sache vertritt. 

Wir von Goldenstein & Partner setzen uns bereits seit Jahren für die Rechte von betroffenen Fahrzeughaltern ein, um diesbezüglich auch in Deutschland endgültig für Rechtssicherheit zu sorgen. So haben wir unter anderem das erste Bundesgerichtshof-Urteil im VW-Dieselskandal erwirkt und somit für Rechtssicherheit für betroffene Verbraucher gesorgt. 

Die BGH-Richter haben den Einbau von Abschalteinrichtungen als sittenwidrige Handlung eingestuft. Verbraucher erhalten dadurch endgültig die Gewissheit, dass sie ihr manipuliertes Fahrzeug gegen die Zahlung des ursprünglichen Kaufpreises zurückgeben können. Wir raten den Haltern von manipulierten Dieselfahrzeugen unbedingt dazu, ihre rechtlichen Möglichkeiten zu prüfen und sich gegen diese bewusste Täuschung der Automobilindustrie zu wehren”, sagt Goldenstein.  

  

Das sind die Verbraucherrechte im Abgasskandal  

Vom Abgasskandal betroffene Fahrzeughalter können die Auszahlung des vollständigen Kaufpreises ihres Fahrzeuges bei dem jeweiligen Hersteller geltend machen und ihr Auto dafür zurückgeben. Alternativ gibt es auch die Möglichkeit, das Fahrzeug weiterzunutzen und einen Teil des Kaufpreises als Entschädigung zu erstreiten.   

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