08.
Apr 2020

VW-Vergleich: Alle wichtigen Infos zum Vergleich zwischen VW und der Verbraucherzentrale Bundesverband

Der Volkswagen Konzern und der Verbraucherzentrale Bundesverband haben sich in der Musterfeststellungsklage auf einen Vergleich geeinigt. Nun sollen rund 260.000 Teilnehmer der Klage insgesamt 830 Millionen Euro erhalten – das entspricht rund 3.200 Euro pro Fahrzeug und Kläger. Warum es für die meisten Teilnehmer jedoch kein Sinn macht, diesen Vergleich einzugehen und welche relevanten Informationen zum VW-Vergleich zu beachten sind, erklärt Claus Goldenstein, Inhaber von Goldenstein & Partner: 

Für wen gilt das Vergleichsangebot?

Alle rund 260.000 Teilnehmer der Musterfeststellungsklage (MFK) haben grundsätzlich Anspruch auf die Vergleichszahlungen. Voraussetzungen für eine Teilnahme an der Musterfestellungsklage waren: 

  • Besitz eines Diesel-Pkw einem Motor des Typs EA189
  • Fahrzeug muss vor dem 01.01.2016 erworben worden sein
  • PKW wurde nicht für gewerbliche Zwecke gekauft oder genutzt
  • Fahrzeughalter müssen zum Kaufzeitpunkt in Deutschland gemeldet gewesen sein

Welche Summe kann ich erwarten?

VW bringt für den Vergleich insgesamt rund 830 Millionen Euro auf. Das entspricht etwa 15 Prozent des ursprünglichen Kaufpreises aller Fahrzeuge. Die Entschädigungssumme unterscheidet sich jedoch von Fahrzeug zu Fahrzeug und kann von 1.350 Euro bis 6.257 Euro betragen. Auf die rund 260.000 Teilnehmer der Musterfeststellungsklage gerechnet ergibt dies einen durchschnittlichen Wert von 3.200 Euro pro Kläger und Fahrzeug. In Deutschland setzt sich die jeweilige Entschädigungssumme im Normalfall aus dem ursprünglichen Kaufpreis des Fahrzeugs und dem Abzug der sogenannten Nutzungsentschädigung zusammen. 

Einige Gerichte halten den Abzug der Nutzungsentschädigung allerdings nicht für rechtens und haben den betroffenen Fahrzeughaltern zusätzliche Deliktzinsen zugesprochen. Da der Volkswagen Konzern nicht nur Emissionswerte verschleiert, sondern Fahrzeuge gleichzeitig als besonders umweltfreundlich beworben hat, kann dem Autohersteller sittenwidrige Schädigung vorgeworfen werden. Dem Kläger werden im Gegenzug deliktische Schadensansprüche zugesprochen und er kann einen Deliktzins erheben. Hier erwarten die betroffenen Fahrzeughalter bis zu vier Prozent vom Kaufpreis pro Fahrzeug ab Kaufdatum zusätzlich zur Entschädigung. Grundsätzlich gilt aber: In jedem Fall liegt die individuelle Entschädigung über dem aktuellen Wert auf dem Gebrauchtwagenmarkt des betroffenen Fahrzeugs.

Welche Frist habe ich für meine Entscheidung?

Die berechtigten Teilnehmern der Musterfeststellungsklage haben Zeit, sich bis zum 20. April 2020 für das Angebot zu entscheiden. Wer an dem Vergleich teilnimmt und die Widerspruchsmöglichkeit bis zum 04. Mai 2020 verstreichen lässt, kann danach nie wieder gerichtlich gegen den Konzern in derselben Sache vorgehen. Die viel zu kurze Frist von nur einem Monat wurde jedoch bewusst von dem VW-Konzern forciert. Der Hintergrund: Goldenstein & Partner wird als erste Kanzlei einen Dieselskandal-Prozess vor den Bundesgerichtshof bringen. Das Verfahren findet am 05. Mai 2020 statt und das Urteil, mit Signalwirkung für sämtliche Gerichte in Deutschland, wird noch am selben Tag erwartet. Die Entscheidung wird endgültig für Rechtssicherheit in der Sache sorgen und wird von sämtlichen Experten mit einem verbraucherfreundlichen Ausgang bewertet. Das hat zur Folge, dass künftige Gerichtsurteile nicht nur deutlich schneller gefällt werden, sondern auch noch deutlich höhere Entschädigungssummen aussprechen. 

Welche Alternativen gibt es zum Vergleichsangebot?

Teilnehmer der Musterfeststellungsklage können das Vergleichsangebot ablehnen und ihre Rechte bis Mitte Oktober individuell durchsetzen lassen. Derzeit vertritt Goldenstein & Partner mehr als 17.800 Mandaten im Dieselskandal und kann dabei eine Erfolgsquote von nahezu 100 Prozent vorweisen. Durchschnittlich erzielen wir für unsere Mandanten eine Einmalzahlung in Höhe von 4.600 Euro. Beim Vergleich von Volkswagen gibt es hingegen im Schnitt nur 3.500 Euro. 

Eine weitere, deutlich lukrativere, Alternative ist für viele Kläger die sogenannte Fahrzeug-Rückabwicklung. Vom Abgasskandal betroffene Fahrzeughalter können den Kaufpreis ihres Fahrzeugs abzüglich einer Nutzungsentschädigung bei Volkswagen geltend machen und ihr Auto zurückgeben. Auch hierbei unterstützen wir von Goldenstein & Partner Sie bei der Durchsetzung Ihrer Rechte.

Für wen ergibt ein Individualverfahren mehr Sinn?

Jeder Teilnehmer der Musterfeststellungsklage, dessen Fahrzeug weniger als 200.000 Kilometer gefahren wurde, sollte eine Individualklage in Betracht ziehen. Dafür müssen Sie nur das Vergleichsangebot von Volkswagen ablehnen und ein Individualklageverfahren anstreben. Wir von Goldenstein & Partner unterstützen derzeit rund 17.800 Kläger bei der Durchsetzung ihrer individuellen Rechte und das mit einer Erfolgsquote von annähernd 100 Prozent. Die Erfolgsaussichten sind also sehr vielversprechend. Die Frist zur Einreichung der Klage hierfür ist Mitte Oktober. Aber Achtung: Sie müssen das Angebot bis zum 20. April ablehnen oder die Annahme spätestens bis zum 04. Mai 2020 widerrufen. 

Ich bin Teilnehmer der Musterfeststellungsklage möchte jetzt als Einzelkläger auftreten, geht das?

Das ist problemlos möglich und wir von Goldenstein & Partner empfehlen dies in den meisten Fällen. Teilnehmer der Musterfeststellungsklage können das Vergleichsangebot ablehnen und ihre Rechte bis Mitte Oktober individuell durchsetzen lassen. 

Hat der Vergleich Einfluss auf die laufenden Verfahren von Individualklagen?

Nein. Das Vergleichsangebot hat keinen Einfluss auf laufende Individualklagen von Volkswagen-Kunden. 

Ich habe den Vergleich angenommen, kann ich mein Fahrzeug weiter verwenden?

Sollten Sie sich für die Annahme des Vergleichs entscheiden, können Sie Ihr Fahrzeug ohne Einschränkungen weiter verwenden.

Das sind die Verbraucherrechte im Abgasskandal

Vom Abgasskandal betroffene Fahrzeughalter können die Auszahlung des vollständigen Kaufpreises ihres Fahrzeuges bei dem jeweiligen Hersteller geltend machen und ihr Auto dafür zurückgeben. Alternativ gibt es auch die Möglichkeit, das Fahrzeug weiterzunutzen und einen Teil des Kaufpreises als Entschädigung zu erstreiten. Auf www.goldenstein-partner.de können Autobesitzer ihren möglichen Anspruch kostenfrei prüfen lassen.