17.
Jul 2020

Sollten Diesel-Halter Software-Updates durchführen lassen?

Zuletzt kontaktierte Volkswagen gezielt die Halter von Dieselfahrzeugen mit dem Motor des Typs EA 288 und bot ihnen ein freiwilliges Software-Updates an. Der Nachfolger des berüchtigten Motors des Typs EA 189 steht bereits seit längerem wegen illegaler Motoren-Manipulation unter Verdacht. Im Dezember letzten Jahres gab es deshalb sogar eine Razzia in den Geschäftsräumen des Wolfsburger Konzerns. 

In dem Vorgängermodell des EA 288 – dem EA 189 – wurde 2015 der Einbau einer Abschalteinrichtung festgestellt. Dadurch gab der Motor in Testsituationen andere Abgaswerte vor, als es im tatsächlichen Straßengebrauch der Fall war. In der Folge musste Volkswagen weltweit mehrere Millionen Fahrzeuge zurückrufen.

“Volkswagen hat auch die Motoren von Dieselfahrzeugen mit dem Motor EA 288 manipuliert. Das vermuten Experten bereits seit Jahren. Wir von der Kanzlei Goldenstein & Partner gehen nach intensiver Recherche ebenfalls schon länger davon aus, dass auch der Motor EA 288 vom Abgasskandal betroffen ist und führen in der Sache bereits hunderte Gerichtsverfahren gegen Volkswagen, um die Sach- und Rechtslage endgültig juristisch klären zu lassen”, kommentiert Claus Goldenstein, Rechtsanwalt Inhaber der Kanzlei Goldenstein & Partner und führt fort:

“Betroffenen Fahrzeughaltern empfehlen wir, keinesfalls auf das Angebot der freiwilligen Durchführung eines Software-Updates einzugehen. Stattdessen raten wir, die eigenen Rechte im Abgasskandal durchzusetzen und eine Entschädigung von Volkswagen einzufordern, die über dem aktuellen Marktwert des Fahrzeuges liegt. Die PKW wurden manipuliert und verlieren im Zuge des Bekanntwerdens dieser Manipulation massiv an Wert. Im schlimmsten Fall droht sogar der Entzug der Straßenzulassung. Das dürfen sich die betroffenen Halter nicht bieten lassen.

Im Mai haben wir von Goldenstein & Partner das erste Bundesgerichtshof-Urteil im VW-Dieselskandal erwirkt und damit für Rechtssicherheit in ganz Deutschland gesorgt. In dem Urteil ging es um einen PKW mit dem Vorgänger-Motor EA 189. Doch der Anspruch auf Entschädigung, den der BGH bejahte, gilt grundsätzlich für sämtliche Halter von manipulierten Dieselfahrzeugen”, ergänztClaus Goldenstein.

Warum führt Volkswagen freiwillige Updates durch?

VW möchte mit den freiwilligen Updates nun den Einbau von weiteren illegalen Abschalteinrichtungen vertuschen. Indem der Konzern Autos mit dem EA 288-Motor updated, die noch nicht zurückgerufen wurden, versucht VW den eigenen Imageschaden zu minimieren und offiziellen Rückrufen durch das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) zuvorzukommen.

Software-Update: Das sind mögliche Folgen für die Fahrzeuge

Ein Software-Update ist nämlich kein harmloser Eingriff: Im Rahmen des Dieselskandals wurden weltweit bei mehreren Millionen Fahrzeugen diverse freiwillige und verpflichtende Software-Updates installiert. Nicht wenige Fahrzeughalter klagten im Anschluss über Motorstörungen sowie einen erhöhten Kraftstoffverbrauch. Oft treten Folgeschäden am Fahrzeug zudem erst nach mehreren Monaten oder Jahren auf. 

Daher sollten Autobesitzer einem Software-Update nur zustimmen, wenn sie dazu aufgrund eines Rückrufs durch das Kraftfahrt-Bundesamt verpflichtet wurden. Ansonsten könnten Fahrzeugschäden und damit verbundene hohe Kosten entstehen: VW führt Reparaturen nach einem Software-Update zum Beispiel nämlich nur dann kostenfrei durch, wenn der Besitzer den Zusammenhang zwischen Schaden und Update direkt beweisen kann. Das ist in der Praxis jedoch kaum machbar.

Klage nach EuGH-Urteil möglich

In wenigen Monaten können sich betroffene Halter jedoch zur Wehr setzen. Dann wird der Europäische Gerichtshof sein Urteil zu der Frage fällen, ob sämtliche Abschalteinrichtungen, die zu falschen Testergebnissen auf dem Prüfstand führen, rechtswidrig sind. Die Generalanwaltschaft plädierte in ihrem Schlussantrag eindeutig dafür. Sollten die Richter dieser Auffassung folgen, was in der Regel der Fall ist, können sämtliche betroffenen Verbraucher gegen die Autohersteller vor Gericht ziehen und eine Entschädigung einklagen. Wie diese berechnet wird, ist in Deutschland seit dem von Goldenstein & Partner erstrittenen Urteil des Bundesgerichtshof am 25. Mai klar definiert. 

Das sind die Verbraucherrechte im Abgasskandal

Vom Abgasskandal betroffene Fahrzeughalter können die Auszahlung des vollständigen Kaufpreises ihres Fahrzeuges bei dem jeweiligen Hersteller geltend machen und ihr Auto dafür zurückgeben. Alternativ gibt es auch die Möglichkeit, das Fahrzeug weiterzunutzen und einen Teil des Kaufpreises als Entschädigung zu erstreiten. 

So setzen sich die Volkswagen-Entschädigungen zusammen

Die jeweilige Entschädigungssumme im Dieselskandal setzt sich aus dem ursprünglichen Kaufpreis des Fahrzeuges abzüglich einer Nutzungsentschädigung zusammen. Letztere ist abhängig von der individuellen Laufleistung des jeweiligen Fahrzeuges. Darüber hinaus erhalten die betroffenen Kläger Verzugszinsen, die die Entschädigungssumme erhöhen. Auf www.goldenstein-partner.de können Autobesitzer ihren möglichen Anspruch kostenfrei prüfen lassen.

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