21.
Apr 2020

Kreditwiderruf: Die Folgen des EuGH-Urteils

Für vom Dieselskandal betroffene Autobesitzer kann sich das Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) als echter Glücksgriff erweisen. Ende März urteilten die Richter in Luxemburg, dass bei so gut wie allen Verbraucherkrediten der letzten Jahre nicht hinnehmbare Vertragsfehler begangen wurden. 

Kreditnehmer können ihre Verträge demnach selbst Jahre später noch widerrufen. Auch vom Abgasskandal betroffene Dieselhalter, die sich ihr Fahrzeug über einen Kredit finanziert haben. Diese Möglichkeit kann besonders erfolgversprechend sein, weil die Verjährungsfrist von drei Jahren oder die sogenannte Nutzungsentschädigung, die häufig im Dieselskandal thematisiert werden, hierbei keine Rolle spielen. 

Kreditwiderruf im VW Dieselskandal

Warum Kreditverträge ungültig sind

In ihrem Urteil bemängelten die obersten Richter der EU, dass in Kreditverträgen über Jahre hinweg sogenannte Kaskadenverweisungen in der Widerrufsbelehrung eingebaut waren. Für Verbraucher sind diese ohne das benötigte Fachwissen nach Ansicht des Gerichts jedoch nicht verständlich und damit ungültig. Der Vertrag kann demnach nun auch jahre Später widerrufen werden. Normalerweise endet die Widerrufsfrist bei einem Kreditvertrag nach Ablauf von 14 Tagen. 

Neue Chancen für Dieselbesitzer

Claus Goldenstein, Inhaber der Kanzlei Goldenstein & Partner, prognostiziert eine Flut an Klagen, die durch das Urteil ins Rollen gebracht wurde. Seine Kanzlei vertritt unter anderem über 20.800 Mandaten im VW-Abgasskandal und ist für den ersten Fall am Bundesgerichtshof in dieser Sache am 5. Mai verantwortlich. Für betroffene Dieselbesitzer sieht er in dem Urteil eine weitere Möglichkeit, wie sich Verbraucher gegen den Autokonzern zur Wehr setzen können – wenn auch indirekt: 

Durch das Urteil des EuGH können Dieselbesitzer, die sich ihren Wagen mittels eines Kredits finanziert haben, ihr Fahrzeug mit großer Wahrscheinlichkeit zum Kaufpreis zurückgeben. Das Geld muss jedoch nicht VW erstatten, sondern die jeweilige Bank oder das jeweilige Autohaus, die den Kredit finanziert haben. Das liegt daran, dass gemäß deutscher Rechtsprechung bei einem widerrufenen Vertrag grundsätzlich der Zustand von vor der Vertragsschließung wiederherzustellen ist. Der Käufer kann also seinen benutzen Diesel zurückgeben und erhält den vollen Einkaufspreis.”

Goldenstein mahnt jedoch auch an, dass das Urteil des EuGH nicht automatisch für jeden abgeschlossenen Kreditvertrag der letzten Jahre gilt. Vielmehr muss “jeder Kreditvertrag individuell geprüft werden”. Damit noch unsichere Verbraucher zu mehr Klarheit in dieser Sache gelangen, bietet seine Kanzlei die Erstberatung kostenfrei an. 

Das sind die Verbraucherrechte im Abgasskandal

Vom Abgasskandal betroffene Fahrzeughalter können die Auszahlung des vollständigen Kaufpreises ihres Fahrzeuges bei dem jeweiligen Hersteller geltend machen und ihr Auto dafür zurückgeben. Alternativ gibt es auch die Möglichkeit, das Fahrzeug weiterzunutzen und einen Teil des Kaufpreises als Entschädigung zu erstreiten. Auf www.goldenstein-partner.de können Autobesitzer ihren möglichen Anspruch kostenfrei prüfen lassen.