23.
Sep 2020

Kraftfahrt-Bundesamt ruft erneut Mercedes-Benz-Modelle zurück

Der Abgasskandal holt Daimler einmal mehr ein. Der Autobauer muss erneut mehrere Mercedes-Benz-Modelle wegen des Einbaus illegaler Abschalteinrichtungen zurückrufen: Im Straßenbetrieb stoßen die PKW deutlich mehr Schadstoffe aus, als es eigentlich erlaubt wäre. Betroffen sind Modelle der GLK-, C- und E-Klasse. 

Mercedes-Halter haben Anspruch auf hohe Entschädigungssummen 

“Das Kraftfahrt-Bundesamt hat nun bereits zum wiederholten Male festgestellt, dass Mercedes-Benz-Fahrzeuge illegal manipuliert wurden. Allein in diesem Jahr gab es schon mindestens 20 offizielle Rückrufe von Daimler-Dieseln”, erklärt der Rechtsanwalt Claus Goldenstein, der mit seiner Kanzlei mehr als 22.000 Mandanten im Abgasskandal vertritt. Er ergänzt: 

 “Da die Fahrzeuge aufgrund dessen unter anderem enorm an Wert verloren haben und teilweise von Fahrverboten betroffen sind, wehren sich immer mehr Halter gegen diesen Betrug. Wer einen Diesel-PKW von Mercedes-Benz besitzt, sollte sich unbedingt bezüglich eines möglichen Schadensersatzanspruches informieren, denn die Halter haben häufig Anspruch auf hohe Entschädigungssummen. Gern stehen wir von Goldenstein & Partner betroffenen PKW-Besitzern für eine kostenfreie Rechtsberatung zur Verfügung.” 

 

Daimler soll auch bei dem Software-Update geschummelt haben 

Vom Rückruf betroffene PKW-Halter müssen nun mit Daimler einen Werkstatt-Termin abstimmen. Die Fahrzeuge sollen einem Software-Update unterzogen und dadurch umweltfreundlich werden. Doch selbst ein Rückruf inklusive Software-Update macht die Fahrzeuge nicht unbedingt wieder straßentauglich:  

Bislang musste Daimler bereits zahlreiche Diesel-PKW aufgrund des Abgasskandals zurückrufen und Software-Updates durchführen. Laut eines ZDF-Berichts stoßen die betroffenen PKW der Daimler-Tochter Mercedes-Benz jedoch selbst nach der Durchführung dieses Software-Updates mehr Schadstoffe aus als vorher. 

In dem Testfall hat das ZDF gemeinsam mit dem britischen Unternehmen Emissions Analytics eine Mercedes C-Klasse der Abgasnorm Euro 5 vor der Durchführung eines Software-Updates und danach geprüft. Obwohl das Fahrzeug die zugelassenen Stickoxid-Werte in Höhe von 180 mg/km bereits vor dem Update um das Vierfache übertraf, stieg der Ausstoß nach dem Update in einem ersten Test um weitere 49 mg/km an.  

Ein zweiter Test brachte sogar noch höhere Schadstoffwerte zum Vorschein. Im Falle des EuGH-Urteils könnte demnach auch dieses Software-Update als ungültig erklärt werden und sämtliche Fahrzeuge abermals in die Werkstatt geschickt werden. Sollte Daimler für dieses Problem keine Lösung finden, könnte den Fahrzeugen sogar die Straßenzulassung entzogen werden. 

 

BGH-Urteil sorgt für Rechtssicherheit 

Ende Mai 2020 erwirkte die Kanzlei Goldenstein & Partner das erste Bundesgerichtshof-Urteil im Dieselskandal. Seitdem ist in Deutschland endgültig geklärt, dass Fahrzeughalter von manipulierten Diesel-PKW ihre Autos gegen eine Entschädigung zurückgeben können. Zwar gilt das Urteil bislang nur für VW-Fahrzeuge mit dem Dieselmotor EA 189, doch es lässt sich grundsätzlich auf sämtliche illegal manipulierten Diesel-PKW übertragen. Zudem hat der Bundesgerichtshof für den 27. Oktober 2020 bereits einen mündlichen Verhandlungstermin im Daimler-Dieselskandal einberufen. 

 

Das sind die Verbraucherrechte im Abgasskandal 

Vom Abgasskandal betroffene Fahrzeughalter können die Auszahlung des vollständigen Kaufpreises ihres Fahrzeuges bei dem jeweiligen Hersteller geltend machen und ihr Auto dafür zurückgeben. Alternativ gibt es auch die Möglichkeit, das Fahrzeug weiter zu nutzen und einen Teil des Kaufpreises als Entschädigung zu erstreiten.  

 

So setzen sich die Entschädigung zusammen 

Die jeweilige Entschädigungssumme im Dieselskandal setzt sich aus dem ursprünglichen Kaufpreis des Fahrzeuges abzüglich einer Nutzungsentschädigung zusammen. Letztere ist abhängig von der individuellen Laufleistung des jeweiligen Fahrzeuges. Darüber hinaus erhalten die betroffenen Kläger Verzugszinsen, die die Entschädigungssumme erhöhen. 

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