09.
Sep 2020

Ex-VW-Chef Martin Winterkorn wegen Dieselskandal vor Gericht

Der ehemalige VW-Chef, Martin Winterkorn, muss sich im Zusammenhang mit dem Dieselskandal bald wegen gewerbs- und bandenmäßigen Betruges vor Gericht verantworten. Das teilte das Landgericht (LG) Braunschweig heute mit. Bis zuletzt war unklar, ob die verantwortlichen Richter die Beweislast gegen Winterkorn für hinreichend erachten und die Klage zulassen. Wann die Verhandlungen beginnen, ist bislang noch unklar. 

Anklage wurde bereits 2019 erhoben 

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hatte Winterkorn bereits im Frühjahr 2019 angeklagt. Beobachter erwarteten den Prozessbeginn eigentlich bereits Anfang 2020. Doch die Richter brauchten deutlich mehr Zeit, um die Beweislast gegen Winterkorn zu prüfen. Medienberichten zufolge wurden unter anderem Sachverständigen-Gutachten eingeholt. Auch die Staatsanwaltschaft musste demnach bestimmte Aussagen aus der Klageschrift noch einmal erklären.  

Winterkorn leitete den Volkswagen-Konzern zwischen 2009 und 2015. In dieser Zeit verkaufte VW weltweit mehrere Millionen manipulierte Fahrzeuge. Diese hielten die vorgeschriebenen Umweltrichtlinien im Testbetrieb ein und wurden deshalb zugelassen. Auf der Straße waren die Fahrzeuge dann jedoch deutlich umweltschädlicher. In dem Verfahren gegen Winterkorn wird es vordergründig darum gehen, inwieweit er über diese Manipulationen Bescheid wusste. 

 

Verfahren gegen Diess und Pötsch wurden eingestellt 

Während sich Martin Winterkorn nun vor Gericht verantworten muss, wurden die Strafverfahren gegen weitere VW-Größen zuletzt eingestellt: Der aktuelle VW-Konzernchef Herbert Diess und der VW-Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch mussten dafür insgesamt 9 Millionen Euro zahlen. 

 

Ex-Audi-Chef Stadler muss sich ab September vor Gericht verantworten 

Auch der ehemalige Audi-Chef, Rupert Stadler, muss sich schon bald wegen des Abgasskandals vor Gericht verantworten. Am 30. September startet das Verfahren gegen ihn, das für insgesamt 176 Verhandlungstermine angesetzt ist und sich bis ins Jahr 2022 ziehen soll.  

Es ist der deutschlandweit erste Dieselskandal-Prozess gegen Manager aus dem VW-Konzern. Neben Stadler sind mehrere Ex-Führungskräfte der Volkswagen-Tochter Audi angeklagt. Zwei von ihnen sind ehemalige Techniker, die Stadler im Vorfeld bereits belastet haben sollen. Dem ehemaligen Audi-Chef droht eine langjährige Haftstrafe. 

 

Das sind die Verbraucherrechte im Abgasskandal 

Vom Abgasskandal betroffene Fahrzeughalter können die Auszahlung des vollständigen Kaufpreises ihres Fahrzeuges bei dem jeweiligen Hersteller geltend machen und ihr Auto dafür zurückgeben. Alternativ gibt es auch die Möglichkeit, das Fahrzeug weiter zu nutzen und einen Teil des Kaufpreises als Entschädigung zu erstreiten. Auf www.goldenstein-partner.de können Autobesitzer ihren möglichen Anspruch kostenfrei prüfen lassen. 

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