17.
Jan 2020

Europäischer Gerichtshof: Können bald sämtliche Verbraucherkredite widerrufen werden?

Zahlreiche Gerichte in Deutschland befassen sich aktuell mit der Frage, inwieweit sich nahezu sämtliche Verbraucherkredite der vergangenen Jahre aufgrund vertraglicher Fehler widerrufen lassen. Das Landgericht Ravensburg hat nun angekündigt, dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) diverse Fragen zu dem Thema vorzulegen, um endgültig für Rechtssicherheit zu sorgen. 

Sollte der EuGH die Rechtslage verbraucherfreundlich einschätzen, könnten fast alle Kreditverträge der letzten Jahre widerrufen werden – egal, was finanziert wurde. Besonders spannend wäre das vor allem für Fahrzeughalter, deren Autos vom Abgasskandal betroffen sind und finanziert wurden. Die Fahrzeuge könnten demnach einfach gegen den ursprünglichen Kaufpreis zurückgegeben werden.

Abgasskandal: Das ist die Rechtslage

Bislang besteht für Verbraucher im Abgasskandal bereits die nahezu sichere Möglichkeit, den verantwortlichen Hersteller wegen vorsätzlich sittenwidriger Schädigung zu verklagen und das betroffene Auto gegen die Zahlung des ursprünglichen Kaufpreises abzüglich einer Nutzungsentschädigung zurückzugeben. 

Durch den Kreditwiderruf würde sich eine Lücke für betroffene Verbraucher, die sich bislang nicht juristisch gewehrt haben, auftun. Der Widerruf von fehlerhaften Kreditverträgen ist aber auch für Verbraucher möglich, die ein Fahrzeug erworben haben, das nicht vom Abgasskandal betroffen ist. Claus Goldenstein, Rechtsanwalt und Inhaber der Kanzlei Goldenstein & Partner, erklärt die Rechtslage:

“Viele Banken haben jahrelang fahrlässig gehandelt und kriegen nun möglicherweise die Quittung dafür: Sollten die Richter am Europäischen Gerichtshof die Auffassung vertreten, dass zahlreiche Verbraucherdarlehen aufgrund fehlerhafter Klauseln widerrufen werden können, würde das zu einem Beben in der Bankenbranche führen und Schäden in Milliardenhöhe verursachen. Gerade im Abgasskandal würden sich dadurch neue Türen öffnen – zumindest für Halter von finanzierten Fahrzeugen.

Wir von Goldenstein & Partner sind uns sicher, dass viele Kreditverträge der vergangenen Jahre rechtlich nicht tragbar sind und deshalb gehen wir davon aus, dass auch der EuGH diese Meinung vertritt. Vom Abgasskandal betroffenen Fahrzeughaltern empfehlen wir dennoch, den verantwortlichen Hersteller wegen Betruges zur Rücknahme des Fahrzeuges zu verpflichten.

Wir vertreten mehr als 17.800 Mandanten im Abgasskandal und sind in nahezu 100 Prozent unserer Fälle erfolgreich – die Erfolgschancen waren noch nie so gut wie jetzt. In der Regel erhalten unsere Mandanten in etwa sechs Monaten eine Entschädigung, die über dem Marktwert ihres jeweiligen Fahrzeuges liegt. Dank unseres Prozesskostenfinanzierers ist der juristische Prozess auch für Menschen ohne Rechtsschutzversicherung komplett risikofrei.”