07.
Aug 2020

Dieselskandal: Weitere Anklagen gegen Audi-Manager

Die Staatsanwaltschaft München II hat aktuell gegen drei frühere Audi-Vorstandsmitglieder sowie einen ehemaligen Hauptabteilungsleiter der VW-Tochter Anklage erhoben. Den Männern wird vorgeworfen, maßgeblich am Dieselskandal beteiligt gewesen zu sein. So soll der frühere Audi-Hauptabteilungsleiter die Manipulation von Diesel-Motoren angeordnet haben, damit diese auf dem Prüfstand deutlich bessere Abgaswerte erzielen als im tatsächlichen Straßengebrauch. 

 

Audi ist kein Unschuldslamm im Dieselskandal 

Die Audi-Entwickler gelten in Fachkreisen als Miterfinder der Abschalteinrichtungen. Sie sollen manipulierte Motoren für den gesamten Volkswagen-Konzern konzipiert haben. Ende Juli 2019 wurde bereits öffentlich, dass die Staatsanwaltschaft München II unter anderem wegen Betruges Anklage gegen den Ex-Audi-Chef Rupert Stadler erhoben hatte. Zuvor saß dieser wegen des Manipulationsskandales bereits mehrere Monate in Untersuchungshaft. 

 

Ex-Audi-Chef Stadler muss sich ab September vor Gericht verantworten 

Stadler muss sich ab dem 30. September 2020 vor dem Landgericht München II  verantworten. Das Verfahren ist für insgesamt 176 Verhandlungstermine angesetzt und soll sich bis ins Jahr 2022 ziehen. Es ist der deutschlandweit erste Dieselskandal-Prozess gegen Manager aus dem VW-Konzern. Neben Stadler sind drei weitere Ex-Führungskräfte der Volkswagen-Tochter Audi angeklagt. Zwei von ihnen sind ehemalige Techniker, die Stadler im Vorfeld bereits belastet haben sollen. Dem ehemaligen Audi-Chef droht eine langjährige Haftstrafe. 

 

Audi-Mitarbeiter vernichteten wichtige Daten 

Bereits kurz nach dem Bekanntwerden des Dieselskandals im September 2015 soll es bei Audi zu einer massenhaften Vernichtung von wichtigen Daten gekommen sein. Zeugen berichteten, dass Diesel-Ingenieure unter anderem wichtige Daten auf externe Speichergeräte übertragen haben, um diese anschließend zu löschen.  

Dabei setzten die Mitarbeiter des Fahrzeugherstellers auf Spezial-Software-Lösungen, um die Wiederherstellung der Daten unmöglich zu machen.  Auch zahlreiche physische Dokumente wurden im Zuge der insgesamt knapp zweiwöchigen Vernichtungsaktion geschreddert und vernichtet. 

 

Audi zahlte Strafe in Höhe von 800 Millionen Euro 

Wegen der Manipulation von Dieselfahrzeugen wurde Audi im Oktober 2018 von der Staatsanwaltschaft München mit einer Geldstrafe in Höhe von 800 Millionen Euro bestraft. Zu diesem Zeitpunkt wurden in Deutschland bereits Rückrufe für mehr als 150.000 Audi-Fahrzeuge veranlasst. 

 

Das sind die Verbraucherrechte im Abgasskandal 

Vom Abgasskandal betroffene Fahrzeughalter können die Auszahlung des vollständigen Kaufpreises ihres Fahrzeuges bei dem jeweiligen Hersteller geltend machen und ihr Auto dafür zurückgeben. Alternativ gibt es auch die Möglichkeit, das Fahrzeug weiterzunutzen und einen Teil des Kaufpreises als Entschädigung zu erstreiten. Auf www.goldenstein-partner.de können Autobesitzer ihren möglichen Anspruch kostenfrei prüfen lassen. 

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