09.
Nov 2020

Dieselskandal: So erfahren Wohnmobil-Halter, ob sie betroffen sind

Der Dieselskandal hat nun auch die Wohnmobil-Szene erreicht. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt gab zuletzt an, dass allein in Deutschland rund 200.000 manipulierten Fiat- und Iveco-Fahrzeuge zugelassen wurden – darunter zahlreiche Wohnmobile. Die Fahrzeuge enthalten illegale Abschalteinrichtungen. Dadurch stoßen die Wohnmobile auf der Straße deutlich mehr Schadstoffe aus als auf dem Prüfstand. Nun drohen betroffenen Haltern Fahrverbote, der Entzug der Straßenzulassung sowie hohe Wertverluste. Wohnmobil-Besitzer haben jedoch Anspruch auf Schadensersatz. Aber welche Wohnmobil-Modelle sind eigentlich von dem Skandal betroffen? 

 

Diese Fiat- und Iveco-Motoren wurden manipuliert 

Bislang hat die Staatsanwaltschaft Frankfurt noch nicht bekanntgegeben, welche Fiat- und Iveco-Modelle konkret manipuliert wurden. Es soll sich jedoch um Fahrzeuge mit den folgenden Dieselmotoren handeln: 1.3 Liter Multijet, 1.3 Liter 16V Multijet, 1.6 Liter Multijet, 1.6 Liter, 2.0 Liter Multijet, 2.0 Liter, 2.2 Liter Multijet II, 2.3 Liter, 2.3 Liter Multijet, 3.0 Liter. Die manipulierten Fahrzeuge wurden zwischen 2014 und 2019 gebaut.  

Wohnmobil-Besitzer können in ihren Fahrzeugpapieren prüfen, welcher Motor in ihrem Wohnmobil verbaut wurde. Diese Information befindet sich beispielsweise häufig auf den letzten Seiten des Service-Heftes. 

 

Wohnmobil-Dieselskandal: Diese Modelle stehen unter Verdacht 

Unter Manipulationsverdacht stehen unter anderem Modelle wie der Fiat Ducato sowie die Iveco-Fahrzeuge Daily Hi-Matic, Daily 4×4 und Eurocargo. Es ist darüber hinaus sehr wahrscheinlich, dass noch weitere Modelle beider Hersteller illegale Abschalteinrichtungen enthalten. Zudem könnten auch die Wohnmobile von anderen Herstellern manipuliert worden sein. Eine ähnliche Entwicklung gab es bereits im Rahmen des PKW-Dieselskandals: Zunächst war nur bekannt, dass VW illegale Abschalteinrichtungen in den eigenen Autos verbaut hat. Mittlerweile ist jedoch klar, dass nahezu jeder Automobilhersteller seine Fahrzeuge manipuliert hat. 

 

Verbraucheranwalt erklärt Rechtslage für Wohnmobil-Besitzer 

“Die Erfahrung aus fünf Jahren Dieselskandal hat gezeigt, dass der Markt für manipulierte PKW logischerweise kein großer ist. Dementsprechend verlieren manipulierte Fahrzeuge enorm an Wert. Das ist für Wohnmobil-Besitzer besonders ärgerlich, denn die vergleichsweise hohen Anschaffungskosten sorgen hier auch für extrem hohe Wertverluste”, erklärt der Rechtsanwalt Claus Goldenstein, der mit seiner Kanzlei mehr als 22.000 Mandanten in der Sacher vertritt. Er ergänzt: 

“Wer ein manipuliertes Wohnmobil besitzt, kann Schadensersatz durchzusetzen. Im Mai dieses Jahres haben wir von Goldenstein & Partner das erste Dieselskandal-Urteil vor dem Bundesgerichtshof (BGH) in Deutschland durchgesetzt. Seitdem ist klar, dass betroffene Verbraucher ihre illegal manipulierten Fahrzeuge an den jeweiligen Hersteller zurückgeben können. Im Gegenzug erhalten die Fahrzeughalter eine hohe Entschädigung, die sich an dem ursprünglichen Kaufpreis orientiert. Das BGH-Urteil dient als Entscheidungsgrundlage für sämtliche deutsche Amts-, Landes- und Oberlandesgerichte in Deutschland. 

Alternativ besteht zudem die Möglichkeit, das manipulierte Fahrzeug zu behalten und einen Teil der Kaufsumme als finanzielle Entschädigung geltend zu machen. Das soll die Wertminderung aufgrund des Dieselskandals ausgleichen. Im Schnitt erhalten betroffene Fahrzeughalter auf diesem Weg etwa 20 Prozent des ursprünglichen Kaufpreises.   

In jedem Fall sollten sich Wohnmobil-Besitzer juristisch von einem Anwalt beraten lassen. Es reicht nicht aus, eine Anzeige zu erstatten, um die eigenen Rechte im Dieselskandal durchzusetzen und Schadensersatz zu erhalten. Wir von Goldenstein & Partner stehen Wohnmobil-Besitzern gern kostenfrei für eine unverbindliche Rechtsberatung zur Verfügung.” 

 

Wohnmobil-Dieselskandal Razzien in drei Ländern als Ausgangspunkt 

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hat in diesem Jahr in Deutschland, Italien und der Schweiz Standorte von Fiat Chrysler und Iveco durchsuchen lassen. Dadurch konkretisierte sich der Wohnmobil-Dieselskandal. 

Zuvor hielten sich bereits seit Jahren Vermutungen, dass die Fahrzeughersteller illegale Abschalteinrichtungen verbaut haben. So ermitteln die US-Umweltbehörde EPA sowie die EU-Kommission bereits einiger Zeit in der Sache. Auch bei Schadstoff-Tests des Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) sollen Fiat-Fahrzeuge negativ aufgefallen sein. Das legt ein RBB-Bericht aus dem Oktober 2019 nahe. Schon bald könnte es in der Sache zu Anklagen sowie Fahrzeug-Rückrufen kommen. 

 

Das sind die Verbraucherrechte im Abgasskandal    

Vom Abgasskandal betroffene Fahrzeughalter können die Auszahlung des vollständigen Kaufpreises ihres Fahrzeuges bei dem jeweiligen Hersteller geltend machen und ihr Auto dafür zurückgeben. Alternativ gibt es auch die Möglichkeit, das Fahrzeug weiter zu nutzen und einen Teil des Kaufpreises als Entschädigung zu erstreiten.   

 

So setzen sich die Entschädigung zusammen  

Die jeweilige Entschädigungssumme im Dieselskandal setzt sich aus dem ursprünglichen Kaufpreis des Fahrzeuges abzüglich einer Nutzungsentschädigung zusammen. Letztere ist abhängig von der individuellen Laufleistung des jeweiligen Fahrzeuges. Darüber hinaus erhalten die betroffenen Kläger Verzugszinsen, die die Entschädigungssumme erhöhen   

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