30.
Sep 2020

Dieselskandal: Prozessauftakt gegen Ex-Audi-Chef Stadler

Heute startet der Dieselskandal-Prozess gegen den ehemaligen Audi-Vorstandsvorsitzenden, Rupert Stadler, am Landgericht (LG) München. Das Verfahren ist für insgesamt 176 Verhandlungstermine angesetzt und soll sich bis zum Dezember 2022 ziehen. Es ist der deutschlandweit erste Dieselskandal-Prozess gegen Manager aus dem VW-Konzern. Neben Stadler sind weitere Ex-Führungskräfte der Volkswagen-Tochter Audi angeklagt, die ihren ehemaligen Chef im Vorfeld bereits belastet haben sollen. Stadler droht eine langjährige Haftstrafe. Passend dazu findet der Prozess im Münchner Gefängnis in Stadelheim statt – weil es dort den größten Saal gibt. Fast 300 Journalisten haben sich nämlich für das Verfahren akkreditiert.

 

Behinderte Stadler die Ermittlungen? 

2018 saß der ehemalige Audi-Chef bereits vier Monate in Untersuchungshaft, weil er versucht haben soll, die Ermittlungen zu behindern. Bereits kurz nach dem Bekanntwerden des Dieselskandals im September 2015 soll es bei Audi zu einer massenhaften Vernichtung von wichtigen Daten gekommen sein.  

Zeugen berichteten, dass Diesel-Ingenieure unter anderem wichtige Daten auf externe Speichergeräte übertragen haben, um diese anschließend zu löschen. Dabei setzten die Mitarbeiter des Fahrzeugherstellers auf Spezial-Software-Lösungen, um die Wiederherstellung der Daten unmöglich zu machen.  Auch zahlreiche physische Dokumente wurden im Zuge der insgesamt knapp zweiwöchigen Vernichtungsaktion geschreddert und vernichtet. Die Audi-Entwickler gelten in Fachkreisen als Miterfinder der Abschalteinrichtungen. Sie sollen manipulierte Motoren für den gesamten Volkswagen-Konzern konzipiert haben.  

 

Staatsanwaltschaft beziffert den Schaden durch Stadler auf 27,5 Millionen Euro 

Die Staatsanwaltschaft München beziffert den von Rupert Stadler verursachten Schaden auf insgesamt 27,5 Millionen Euro. Zwar soll der ehemalige Audi-Chef nichts von den Manipulationen in den USA gewusst haben, nach dem Bekanntwerden der Sachlage aber auch nichts getan haben, um dagegen vorzugehen. So sollen nach September 2015 rund 120.000 manipulierte Audi-Fahrzeuge in ganz Europa verkauft worden sein. 

In der Folge wurde Audi im Oktober 2018 von der Staatsanwaltschaft München wegen der Manipulation von Dieselfahrzeugen mit einer Geldstrafe in Höhe von 800 Millionen Euro bestraft. Zu diesem Zeitpunkt wurden in Deutschland bereits Rückrufe für mehr als 150.000 Audi-Fahrzeuge veranlasst. 

 

Ex-VW-Chef Winterkorn muss ebenfalls vor Gericht 

Auch der ehemalige VW-Vorstandschef, Martin Winterkorn, muss sich bald vor Gericht verantworten. Das Braunschweiger hat eine Klage wegen gewerbs- und bandenmäßigen Betruges zugelassen. Zuvor wurden die Strafverfahren wegen möglicher Marktmanipulationen gegen den aktuellen VW-Konzernchef Herbert Diess und Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch gegen die Zahlung von insgesamt 9 Millionen Euro eingestellt. Gegen acht weitere VW-Mitarbeiter wurde hingegen zuletzt unter anderem wegen Betruges in besonders schweren Fall angeklagt. 

 

Das sind die Verbraucherrechte im Abgasskandal 

Vom Abgasskandal betroffene Fahrzeughalter können die Auszahlung des vollständigen Kaufpreises ihres Fahrzeuges bei dem jeweiligen Hersteller geltend machen und ihr Auto dafür zurückgeben. Alternativ gibt es auch die Möglichkeit, das Fahrzeug weiter zu nutzen und einen Teil des Kaufpreises als Entschädigung zu erstreiten. Auf www.goldenstein-partner.de können Autobesitzer ihren möglichen Anspruch kostenfrei prüfen lassen. 

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