18.
Mai 2020

Dieselskandal: Diese Mercedes-Benz-Modelle wurden zurückgerufen

Neben etlichen Autobauern wie VW, BMW oder Porsche hat auch die Daimler AG in ihre Diesel-Fahrzeuge illegale Abschalteinrichtungen verbaut. Die Einrichtung führt dazu, dass die Autos bei offiziellen Abgastests deutlich weniger Schadstoffe ausstoßen, als es im Realbetrieb auf der Straße der Fall ist. Anfang 2019 wertete der Bundesgerichtshof in Karlsruhe den erhöhten Schadstoffausstoß in den betroffenen Autos als Sachmangel. Erst Monate später veranlasste das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) offizielle Rückrufe für die betroffenen Modelle.

Manipulationen sollten vertuscht werden

Seit 2017 kontaktierte der Stuttgarter Autokonzern zudem mehr als drei Millionen Fahrzeughalter, um an ihren Autos der Schadstoffklassen Euro 5 und Euro 6b eine “freiwillige Kundendienstmaßnahme” durchzuführen. Dabei handelt es sich um ein Software-Update, das den unerlaubt hohen Schadstoffausstoß der Autos reduzieren soll.

Dem Rechtsanwalt Claus Goldenstein zufolge versuchte Daimler “mit der Aktion den Einbau von illegalen Abschalteinrichtungen zu vertuschen”. Goldenstein ist Inhaber der Kanzlei Goldenstein & Partner, die rund 21.000 Mandaten im Abgasskandal vertritt. 

“Zuletzt wollte der Konzern seine Kunden sogar mit Wertgutscheinen zu der Durchführung des Updates bewegen. Ein offizieller Rückruf des Kraftfahrt-Bundesamtes erfolgte erst drei Jahre später. Eine sehr fragwürdige Praxis, die ein schlechtes Licht auf Daimler und die Behörde wirft”, ergänzt der Rechtsexperte. Mercedes-Benz-Fahrer sollten sich daher “unbedingt informieren, ob sie betroffen sind und juristisch tätig werden. Gerne bieten wir unsere Erstberatung in dieser Sache kostenfrei an”. 

Diese Modelle sind betroffen

Bei den manipulierten Dieselmotoren von Mercedes-Benz handelt es sich um die Modelle OM626, OM642 und OM651. Die Vier- bzw. Sechszylindermotoren wurden in beinahe sämtlichen Fahrzeugklassen der Diesel-Fabrikate verbaut. Welche Modelle konkret betroffen sind, zeigt die nachfolgende Auflistung: 

Baureihe Modell
A-Klasse A 180, A 200, A 220
B-Klasse B 180, B 200, B 220
C-Klasse C180, C 200, C 206 Hybrid, C 220, C 222Hybrid, C 250d, C 300, C 320, C 350, CLA 200, CLA 220, CLS 220, CLS 250, CLS 320, CLS 350 
E-Klasse E 200, E 207, E 212, E 220, E 250, E 300, E 350
G-Klasse G 280, G 300, G 350, GLA 200, GLA 220, GLC 220, GLC 250, GLC 350, GLE 166, GLE 250, GLE 350, GLK 200, GLK 220, GLK 250, GLK 350, GLS 350
M-Klasse ML 250, ML 300, ML 350
R-Klasse R 300, R 350
S-Klasse S 222, S 250, S 300, S 350, SLC 250, SLK 250, SLK R172
V-Klasse Vito 110, Vito 113, Vito 114, Vito 116, Vito 119, Vito 122, V 200, V 250, Vinao 2.0, Viano 2.2

Das sind die Verbraucherrechte im Abgasskandal

Vom Abgasskandal betroffene Fahrzeughalter können die Auszahlung des vollständigen Kaufpreises ihres Fahrzeuges bei dem jeweiligen Hersteller geltend machen und ihr Auto dafür zurückgeben. Alternativ gibt es auch die Möglichkeit, das Fahrzeug weiterzunutzen und einen Teil des Kaufpreises als Entschädigung zu erstreiten. Auf www.goldenstein-partner.de können Autobesitzer ihren möglichen Anspruch kostenfrei prüfen lassen.