28.
Mai 2020

Dieselskandal: Diese BMW-Modelle wurden zurückgerufen

Um BMW ist es im Abgasskandal vergleichsweise leise bestimmt. Bis zuletzt versicherte der Konzern den Verbrauchern, dass seine Dieselfahrzeuge nicht von den Manipulationen betroffen seien. “Wir haben Diesel, die sauber sind”, ließ sich der ehemalige BMW-Chef Harald Krüger gerne zitieren. Die Wahrheit ist, wie so häufig im Dieselskandal, eine andere. Erst im März dieses Jahres wurde der Münchner Autokonzern am Landgericht Düsseldorf aufgrund einer unzulässigen Abschalteinrichtung – dem sogenannten Thermofenster – zu Schadensersatz verurteilt. Weitere Urteile werden folgen. 

Den ersten Verdacht in dieser Sache äußerte die Deutsche Umwelthilfe (DUH), die auf Unstimmigkeiten bei den bekannten BMW 3er-Modellen aufmerksam machte. Bei nachfolgenden Tests des Kraftfahrtbundesamtes (KBA) wurde deutlich, dass davon vor allem auch die 5er- und 7er-Reihen betroffen sind. Der Konzern musste daher mehr als 11.700 Fahrzeuge zurückrufen, um die Manipulationen zu beseitigen. Laut Rechtsexperten dürfte die Dunkelziffer jedoch noch deutlich höher sein.

Diese Modelle sind von Rückrufen betroffen

Baureihe Modell
5-er M550d xDrive Limousine

M550d xDrive Touring

7-er 750d xDrive

750Ld xDrive

Neben den offiziellen Rückrufen werden auch noch mehr Modelle aufgrund von erhöhten Messwerten verdächtigt, eine illegale Abschalteinrichtung integriert zu haben. Das KBA und die DUH veröffentlichen hierzu immer wieder neue Tests: 

Diese Modelle werden verdächtigt 

Baureihe Modell
3-er 318d Touring

320d GT xDrive

320d Efficient

320d Touring

5-er 520d Touring
X X1 xDrive18d

X5 xDrive25d

 

Wie funktioniert eine illegale Abschalteinrichtung?

Bei einigen zurückgerufen Diesel-Modellen von BMW wurde das weit verbreitete Thermofenster verbaut. Das ist eine Software, welche die Abgasreinigungs-Funktion des Motors unter bestimmten Temperaturbedingungen deaktiviert und somit zu deutlich höheren Schadstoff-Ausstößen führt, als es gesetzlich in der EU erlaubt ist. In der Regel wird diese Abschalteinrichtung aktiviert, wenn die Außentemperatur unter 15 bzw. über 30 Grad Celsius liegt. In den meisten europäischen Ländern werden jedoch nur in den wenigsten Monaten Durchschnittstemperaturen innerhalb dieses Temperatur-Fensters erreicht. 

Bei offiziellen Tests herrschen jedoch in der Regel laut Vorschrift Temperaturen um ca. 25 Grad. Auf dem Prüfstand konnte das Thermofenster daher nie entdeckt werden. Claus Goldenstein, Rechtsanwalt und Inhaber von der führenden Kanzlei im Dieselskandal, Goldenstein & Partner, rät betroffenen Verbrauchern daher zur Klage:

Wer einen manipulierten Diesel von BMW besitzt, sollte gerichtlich gegen den Autobauer vorgehen. Nur so hat man als Verbraucher die Möglichkeit, eine einmalige Entschädigung zu erhalten, oder sein Auto zum Kaufpreis abzüglich einer Nutzungsentschädigung zurückzugeben. Letzteres ist besonders mit Hinblick auf die zunehmenden Fahrverbote sinnvoll, die für die Diesel-PKW in immer mehr Städten verhängt werden.” 

Nutzloses Software-Update: 7er BMW überschreitet Stickoxid-Grenzwerte massiv

Nachdem das KBA den Rückruf des BMW 750d xDrive im Jahr 2018 aufgrund der unzulässigen Stickoxid-Grenzwerte anordnete, sollte ein Softwareupdate für die Bereinigung dieses Problems sorgen – offenbar erfolglos. Wie Tests im Anschluss aufzeigten, stößt der fast 400 PS-starke PKW auch mit dem Update siebenmal mehr aus, als es die EU-Regularien zulassen. 

BMW-Hardware sorgt für hohen Ausstoß

Wie ein Gutachten nahelegt, ist die Hardware für die unerlaubte Umweltbelastung des 7er BMW verantwortlich. Ein Software-Update allein kann daher nicht für einen sauberen Diesel sorgen. Wie Tests ergeben haben, kann die Abgasreinigung in den betroffenen BMW-Fahrzeugen bei gemäßigten Geschwindigkeiten ihrer Funktion noch nachkommen. Das erklärt auch, dass auf dem Prüfstand die Grenzwerte nicht überschritten wurden, da die Fahrzeuge dort bei einer einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 34,7 km/h getestet werden.

Bei höherer Motorleistung funktioniert der Katalysator jedoch nicht mehr wie geplant, da er dann aufgrund seiner Einbaulage mit Temperaturen von bis zu 500 Grad Celsius konfrontiert wird. Dadurch kommt es zu einem massiven Anstieg beim Stickoxid-Ausstoß. Gleichzeitig verursachen die hohen Temperature aber auch Langzeitschäden am Katalysator. Demnach soll die Schadstoffreduzierung teilweise bereits bei einer Laufleistung von weniger als 60.000 Kilometern komplett versagen. In der Folge werden die Fahrzeuge für eine Gefahr für die Umwelt und verstoßen gegen die geltenden EU-Richtlinien. 

“Ob es an der Software oder an der Hardware liegt ist insgesamt völlig irrelevant. Fakt ist, wenn ein Fahrzeug gegen die geltenden Umweltrichtlinien verstößt, ist es illegal. Die Käufer haben daher das gute Recht, gegen den Hersteller vorzugehen und sollten dies auch tun. Gerne beraten wir sie bei Goldenstein & Partner hinsichtlich ihrer Rechte”, ergänzt Claus Goldenstein.

Das sind die Verbraucherrechte im Abgasskandal

Vom Abgasskandal betroffene Fahrzeughalter können die Auszahlung des vollständigen Kaufpreises ihres Fahrzeuges bei dem jeweiligen Hersteller geltend machen und ihr Auto dafür zurückgeben. Alternativ gibt es auch die Möglichkeit, das Fahrzeug weiterzunutzen und einen Teil des Kaufpreises als Entschädigung zu erstreiten. Auf www.goldenstein-partner.de können Autobesitzer ihren möglichen Anspruch kostenfrei prüfen lassen.

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