05.
Nov 2020

Diese Mercedes-Modelle wurden manipuliert

Neben Volkswagen haben auch zahlreiche andere Autobauer ihre Fahrzeuge illegal manipuliert – so auch Mercedes-Benz. Der Stuttgarter Autobauer musste deshalb bereits Hunderttausende PKW zurückrufen. Betroffene Kunden aus den USA erhielten zudem bereits Schadensersatz. Auch in Deutschland ist die Aufarbeitung des Skandals fortgeschritten. Noch im Dezember wird der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe endgültig klären, ob den deutschen Haltern von manipulierten Mercedes-Modellen Schadensersatz zusteht. Rechtsexperten gehen von einem verbraucherfreundlichen Urteil aus. Doch auf welche Weise wurden Mercedes-Fahrzeuge überhaupt manipuliert und welche Modelle sind betroffen? 

 

Fahrzeug-Manipulation: Daimler setzt auf sogenannte Thermofenster 

Zahlreiche Mercedes-Benz-Fahrzeuge arbeiten mit einem sogenannten Thermofenster. Hinter dieser Begrifflichkeit steckt eine Abschalteinrichtung, welche die Abgasreinigung herunterfährt, wenn sich die Außentemperatur außerhalb eines gewissen Temperaturfensters befindet. Sobald die Temperatur unter den Wert sinkt, der in den Testlaboren der Hersteller vorgeschrieben wurde (in der Regel etwa 20 bis 30 Grad), wird die Abgasrückführung per Computerbefehl heruntergefahren. 

Daimler selbst argumentiert, dass das Thermofenster nötig sei, um den Motor der jeweiligen PKW zu schützen und bestreitet den Einbau einer illegalen Abschalteinrichtung. Ende April hat die Generalanwaltschaft des Europäischen Gerichtshof (EuGH) jedoch in einem Schlussantrag verkündet, dass sämtliche Fahrzeugfunktionen als illegale Abschalteinrichtungen gelten, wenn diese im Realbetrieb zu einem höheren Abgasausstoß führen als auf dem Prüfstand.  

Das Autobauer-Argument, dass diese Einrichtungen dem Motorschutz dienen, ließ die Generalanwältin nicht gelten. Es ist davon auszugehen, dass der Bundesgerichtshof (BGH) in Deutschland und der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Brüssel die Abschalteinrichtungen von Daimler noch in diesem Jahr als illegal bewerten werden. In der Folge drohen weitere Rückruf- und Klagewellen. 

 

Diese Mercedes-Benz-Modelle sind vom Dieselskandal betroffen 

Bei den manipulierten Dieselmotoren von Mercedes-Benz handelt es sich um die Modelle OM626, OM642 und OM651. Die Vier- bzw. Sechszylindermotoren wurden in beinahe sämtlichen Fahrzeugklassen der Diesel-Fabrikate verbaut. Welche PKW-Baureihen konkret betroffen sind, zeigt die nachfolgende Auflistung:  

 

Mercedes-Benz-Modell 
A-Klasse 
B-Klasse 
C-Klasse 
CLS 
E-Klasse 
G-Klasse 
GL 
GLC 
GLE 
GLK 
GLS 
ML 
S-Klasse 
SLC 
SLK 
Sprinter 
Vito 
Marco Polo 

Tabelle 1: Mercedes-Benz-Modelle dieser Baureihen sind vom Dieselskandal betroffen 

 

Mercedes-Halter sollten sich rechtlich beraten lassen 

“Es ist längst ein offenes Geheimnis, dass auch Mercedes-Benz-Fahrzeuge auf dem Prüfstand deutlich bessere Abgaswerte erzielen als im tatsächlichen Straßenbetrieb. Da die Fahrzeuge deshalb enorm an Wert verloren haben und teilweise von Fahrverboten betroffen sind, wehren sich immer mehr Halter gegen diesen Betrug und fordern Schadensersatz. Mittlerweile gibt es in Deutschland zahlreiche verbraucherfreundliche Urteile in der Sache und auch der BGH setzt sich bald mit den Manipulationen bei Mercedes-Benz auseinander. 

Wer einen Diesel-PKW von Mercedes-Benz besitzt, sollte sich unbedingt bezüglich eines möglichen Schadensersatzanspruches informieren, denn Haltern haben womöglich Anspruch auf hohe Entschädigungssummen. Gern stehen wir von Goldenstein & Partner betroffenen PKW-Besitzern für eine kostenfreie Rechtsberatung zur Verfügung”, erklärt der Rechtsanwalt Claus Goldenstein, Inhaber der Kanzlei Goldenstein & Partner. 

 

Das sind die Verbraucherrechte im Abgasskandal 

Vom Abgasskandal betroffene Fahrzeughalter können die Auszahlung des vollständigen Kaufpreises ihres Fahrzeuges bei dem jeweiligen Hersteller geltend machen und ihr Auto dafür zurückgeben. Alternativ gibt es auch die Möglichkeit, das Fahrzeug weiter zu nutzen und einen Teil des Kaufpreises als Entschädigung zu erstreiten.  

 

So setzen sich die Entschädigung zusammen 

Die jeweilige Entschädigungssumme im Dieselskandal setzt sich aus dem ursprünglichen Kaufpreis des Fahrzeuges abzüglich einer Nutzungsentschädigung zusammen. Letztere ist abhängig von der individuellen Laufleistung des jeweiligen Fahrzeuges. Darüber hinaus erhalten die betroffenen Kläger Verzugszinsen, die die Entschädigungssumme erhöhen. 

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