19.
Mai 2020

Diese Autohersteller setzen auf Abschalteinrichtungen

Vor kurzem bewertete die Generalanwaltschaft des Europäischen Gerichtshof (EuGH) sämtliche Fahrzeugfunktionen als illegale Abschalteinrichtungen, wenn diese im Realbetrieb zu einem höheren Abgasausstoß führen als auf dem Prüfstand. In der Folge wird es wohl zeitnah bei zahlreichen Herstellern von Diesel-Fahrzeugen zu Rückrufen kommen. Doch welche Autobauer setzen eigentlich auf Abschalteinrichtungen?

VW-Abgasskandal: 2015 wurde alles aufgedeckt

Dass Volkswagen einige Fahrzeuge manipuliert hat, ist bereits seit 2015 klar. Damals wurde in den USA aufgedeckt, dass der Wolfsburger Konzern in PKW-Modellen mit dem Dieselmotor EA 189 Abschalteinrichtungen verbaut hat. Daraufhin musste VW allein in Deutschland mehrere Millionen Fahrzeuge zurückrufen. Der manipulierte Motor wurde zudem auch in Audi-, Škoda, Seat- und Porsche-Fahrzeugen verbaut

Doch auch das VW-Software-Update, das die betroffenen PKW des Konzerns wieder sauber machen sollte, soll Probleme machen. So ergaben mehrere Tests, dass die Abgasreinigung von upgedateten VW-Fahrzeugen nur bei Temperaturen zwischen 15 und 33 Grad richtig funktioniert. Diese Temperaturen werden in Deutschland jedoch nur selten erreicht.

 

Zahlreiche Hersteller setzen auf sogenannte Thermofenster

Eine solche Abschalteinrichtung wird als Thermofenster bezeichnet. Hinter dieser Begrifflichkeit steckt eine Abschalteinrichtung, welche die Abgasreinigung herunterfährt, sobald sich die Außentemperatur außerhalb eines gewissen Temperaturfensters befindet. Neben VW setzen auch Hersteller wie Mercedes-Benz und Volvo auf solche Thermofenster.

Insgesamt sollen nahezu alle Hersteller von Dieselfahrzeugen auf Abschalteinrichtungen setzen: Einer RBB-Recherche aus dem Jahr 2019 zufolge fallen rund zwei Drittel aller Dieselfahrzeuge in Deutschland durch Abgastests. Davon betroffen seien auch Modelle von Herstellern wie beispielsweise Nissan, Kia, BMW und Ford. In Frankreich stehen zudem auch Citroën, Opel und Peugeot seit 2017 unter Manipulationsverdacht.

“Nahezu alle namhaften Autobauer haben Abschalteinrichtungen in ihren Diesel-Fahrzeugen verbaut”, kommentiert der Rechtsanwalt Claus Goldenstein und führt fort: “Bald wird der Europäische Gerichtshof verkünden, ob er der Rechtsauffassung der Generalanwaltschaft folgt und sämtliche Abschalteinrichtungen als illegal einstuft. Für den wahrscheinlichen Fall, dass das passiert, wird es in ganz Europa zu zahlreichen Rückrufaktionen kommen und die betroffene Diesel-PKW werden enorm an Wert verlieren. Wir raten Haltern von Diesel-Fahrzeugen daher unbedingt dazu, sich bezüglich ihrer Rechte zu informieren.”

 

Das sind die Verbraucherrechte im Abgasskandal

Vom Abgasskandal betroffene Fahrzeughalter können die Auszahlung des vollständigen Kaufpreises ihres Fahrzeuges bei dem jeweiligen Hersteller geltend machen und ihr Auto dafür zurückgeben. Alternativ gibt es auch die Möglichkeit, das Fahrzeug weiterzunutzen und einen Teil des Kaufpreises als Entschädigung zu erstreiten. Auf www.goldenstein-partner.de können Autobesitzer ihren möglichen Anspruch kostenfrei prüfen lassen.