22.
Jan 2020

Deutsche Umwelthilfe: Volvo arbeitet mit illegalem Thermofenster

Die Deutsche Umwelthilfe ist der Auffassung, dass einige Dieselfahrzeuge von Volvo nur bei bestimmten Temperaturen die vorgeschriebenen Schadstoffwerte einhalten. Darüber berichteten aktuell unter anderem die ARD und Spiegel Online. Demnach habe das Emissions-Kontroll-Institut (EKI) der Deutschen Umwelthilfe bei einem Volvo SUV Stickoxid-Werte gemessen, die den vorgeschriebenen Grenzwert teilweise um das Zwölffache überschritten haben.

Als Testfahrzeug diente dem Institut ein Volvo XC60 mit einem 2.0 Liter Motor der Schadstoffklasse Euro 5. Im Rahmen der Tests wurden dem Fahrzeug niedrigere Außentemperaturen suggeriert, als es tatsächlich der Fall war. Bereits bei Temperaturen zwischen 14 und 22 Grad stieß das Fahrzeug demnach mehr als die dreifache Menge an Stickoxiden aus, die eigentlich erlaubt wäre. Der Stickoxid-Grenzwert für Euro 5-Fahrzeuge liegt bei 180 Milligramm pro Kilometer. 

Stickoxid-Ausstoß zwischen null und minus vier Grad zwölfmal höher, als erlaubt

Je stärker die Außentemperatur zu sinken schien, umso höher stieg der Abgasausstoß des Fahrzeuges an. Bei Temperaturen zwischen null und minus vier Grad, stoß der Volvo demnach sogar knapp zwölfmal mehr Stickoxide aus, als es eigentlich erlaubt ist.

Volvo selbst rechtfertigt dieses sogenannte Thermofenster damit, dass es dem Motorschutz diene und gesetzlich konform sei. Experten widersprechen der Darstellung von Volvo jedoch maßgeblich. Claus Goldenstein, Rechtsanwalt und Inhaber der Kanzlei Goldenstein & Partner, beobachtet die Lage aufmerksam und weiß, was betroffene Verbraucher nun beachten müssen:

“Zahlreiche Gerichte in Deutschland befassen sich bereits mit der Rechtseinschätzung zum Thema Thermofenster und die Mehrheit der Experten sieht darin den Einbau einer illegalen Abschalteinrichtung. Wenn ein Fahrzeug, das in Deutschland zugelassen wurde, die vorgeschriebenen Umweltvorgaben nur bei tropischen Temperaturen erfüllen kann, hat es auf deutschen Straßen nichts zu suchen. Diese Temperaturen werden hierzulande nämlich nur in den wenigsten Monaten im Durchschnitt erreicht.

Aktuell beschäftigt sich auch der Europäische Gerichtshof bereits mit der Thematik und will seine Rechtsauffassung zum Thema zeitnah veröffentlichen. Wir von Goldenstein und Partner haben bereits tausende Urteile im Abgasskandal erwirkt und wir sind uns sicher, dass auch Thermofenster als illegale Abschalteinrichtungen einzuschätzen sind. 

Deshalb gehen wir davon aus, dass betroffene Fahrzeughalter von Volvo den Hersteller juristisch zu der Rücknahme der betroffenen Fahrzeuge verpflichten und im Gegenzug eine Entschädigung erhalten können, die über dem Fahrzeugwert auf dem Gebrauchtwagenmarkt liegt.

Die betroffenen Halter sind nämlich davon ausgegangen, dass ihre Fahrzeuge die geltenden Umweltnormen erfüllen. Dass dies nicht so ist, könnte nun zu einem erhöhten Wertverlust der PKW sowie möglichen Fahrverboten in einigen deutschen Städten führen. Wir von Goldenstein & Partner raten betroffenen Haltern unbedingt dazu, sich gegen diesen Betrug zu wehren und unterstützen diese bei der Durchsetzung ihrer Rechte.”

Diese Rechte haben Abgasskandal-Opfer

Vom Abgasskandal betroffene Fahrzeughalter können die Auszahlung des vollständigen Kaufpreises ihres Fahrzeuges bei dem jeweiligen Hersteller geltend machen und ihr Auto dafür zurückgeben. Alternativ gibt es auch die Möglichkeit, das Fahrzeug weiterzunutzen und einen Teil des Kaufpreises als Entschädigung zu erstreiten. Auf www.goldenstein-partner.de können Autobesitzer ihren möglichen Anspruch kostenfrei prüfen lassen.