31.
Aug 2020

Daimler-Dieselskandal: Diese Mercedes-Benz-Modelle wurden manipuliert

Noch im Oktober dieses Jahres wird sich auch der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe mit dem Dieselskandal bei Daimler auseinandersetzen. Mittlerweile ist es längst ein offenes Geheimnis, dass der Abgasskandal nicht nur Volkswagen betrifft und auch Mercedes-Benz-Fahrzeuge illegal manipuliert wurden. Betroffene Fahrzeughalter sollten sich unbedingt bezüglich ihrer rechtlichen Möglichkeiten beraten lassen, denn es droht im schlimmsten Fall sogar eine Stilllegung ihres PKW. Doch welche Mercedes-Modelle wurden manipuliert? 


Diese Mercedes-Benz-Modelle sind vom Dieselskandal betroffen 

Bei den manipulierten Dieselmotoren von Mercedes-Benz handelt es sich um die Modelle OM626, OM642 und OM651. Die Vier- bzw. Sechszylindermotoren wurden in beinahe sämtlichen Fahrzeugklassen der Diesel-Fabrikate verbaut. Welche PKW-Modelle konkret betroffen sind, zeigt die nachfolgende Auflistung:  

 

Mercedes-Benz-Modell 
A-Klasse 
B-Klasse 
C-Klasse 
E-Klasse 
G-Klasse 
M-Klasse 
R-Klasse 
S-Klasse 
V-Klasse 

Tabelle 1: Mercedes-Benz-Modelle dieser Baureihen sind vom Dieselskandal betroffen 

 

“Wer einen Diesel-PKW von Mercedes-Benz besitzt, sollte sich beraten lassen” 

“Schon länger ist klar, dass nicht nur Volkswagen die Abgaswerte der eigenen Diesel-PKW manipuliert hat”, erklärt der Rechtsanwalt Claus Goldenstein. “Es ist ein offenes Geheimnis, dass auch Mercedes-Benz-Fahrzeuge auf dem Prüfstand deutlich bessere Abgaswerte erzielen als im tatsächlichen Straßenbetrieb.  

Da die Fahrzeuge deshalb enorm an Wert verloren haben und teilweise von Fahrverboten betroffen sind, wehren sich immer mehr Halter gegen diesen Betrug. Wer einen Diesel-PKW von Mercedes-Benz besitzt, sollte sich unbedingt bezüglich eines möglichen Schadensersatzanspruches informieren, denn Halter haben womöglich Anspruch auf hohe Entschädigungssummen. Gern stehen wir von Goldenstein & Partner betroffenen PKW-Besitzern für eine kostenfreie Rechtsberatung zur Verfügung.” 

 

Daimler setzt auf sogenannte Thermofenster 

Zahlreiche Mercedes-Benz-Modelle arbeiten mit einem sogenannten Thermofenster. Hinter dieser Begrifflichkeit steckt eine Abschalteinrichtung, welche die Abgasreinigung herunterfährt, wenn sich die Außentemperatur außerhalb eines gewissen Temperaturfensters befindet. Sobald die Temperatur unter den Wert sinkt, der in den Testlaboren der Hersteller vorgeschrieben wurde (in der Regel etwa 20 bis 30 Grad), wird die Abgasrückführung per Computerbefehl heruntergefahren. 

Daimler selbst argumentiert, dass das Thermofenster nötig sei, um den Motor der jeweiligen PKW zu schützen und bestreitet den Einbau einer illegalen Abschalteinrichtung. Ende April hat die Generalanwaltschaft des Europäischen Gerichtshof (EuGH) jedoch in einem Schlussantrag verkündet, dass sämtliche Fahrzeugfunktionen als illegale Abschalteinrichtungen gelten, wenn diese im Realbetrieb zu einem höheren Abgasausstoß führen als auf dem Prüfstand.  

Das Autobauer-Argument, dass diese Einrichtungen dem Motorschutz dienen, ließ die Generalanwältin nicht gelten. Es ist davon auszugehen, dass der Bundesgerichtshof (BGH) in Deutschland und der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Brüssel die Abschalteinrichtungen von Daimler noch in diesem Jahr als illegal bewerten werden. In der Folge drohen weitere Rückruf- und Klagewellen. 

 

Daimler soll auch bei dem Software-Update geschummelt haben 

Doch selbst ein Rückruf inklusive Software-Update macht die Fahrzeuge nicht unbedingt wieder straßentauglich: Bislang musste Daimler bereits zahlreiche Diesel-PKW aufgrund des Abgasskandals zurückrufen und mittels eines Software-Updates den Abgasausstoß normalisieren. Laut eines ZDF-Berichts stoßen die Dieselskandal-Fahrzeuge der Daimler-Tochter Mercedes-Benz jedoch selbst nach der Durchführung dieses Software-Updates mehr Schadstoffe aus als vorher. 

In dem Testfall hat das ZDF gemeinsam mit dem britischen Unternehmen Emissions Analytics eine Mercedes C-Klasse der Abgasnorm Euro 5 vor der Durchführung eines Software-Updates und danach geprüft. Obwohl das Fahrzeug die zugelassenen Stickoxid-Werte in Höhe von 180 mg/km bereits vor dem Update um das Vierfache übertraf, stieg der Ausstoß nach dem Update in einem ersten Test um weitere 49 mg/km an.  

Ein zweiter Test brachte sogar noch höhere Schadstoffwerte zum Vorschein. Im Falle des EuGH-Urteils könnte demnach auch dieses Software-Update als ungültig erklärt werden und sämtliche Fahrzeuge abermals in die Werkstatt geschickt werden. Sollte Daimler für dieses Problem keine Lösung finden, könnte den Fahrzeugen sogar die Straßenzulassung entzogen werden. 

 

Das sind die Verbraucherrechte im Abgasskandal 

Vom Abgasskandal betroffene Fahrzeughalter können die Auszahlung des vollständigen Kaufpreises ihres Fahrzeuges bei dem jeweiligen Hersteller geltend machen und ihr Auto dafür zurückgeben. Alternativ gibt es auch die Möglichkeit, das Fahrzeug weiter zu nutzen und einen Teil des Kaufpreises als Entschädigung zu erstreiten.  

 

So setzen sich die Entschädigung zusammen 

Die jeweilige Entschädigungssumme im Dieselskandal setzt sich aus dem ursprünglichen Kaufpreis des Fahrzeuges abzüglich einer Nutzungsentschädigung zusammen. Letztere ist abhängig von der individuellen Laufleistung des jeweiligen Fahrzeuges. Darüber hinaus erhalten die betroffenen Kläger Verzugszinsen, die die Entschädigungssumme erhöhen. 

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