02.
Sep 2020

Benziner-Abgasskandal: Das ist die aktuelle Lage

Der Abgasskandal dehnt sich immer weiter aus: Mittlerweile ist klar, dass auch PKW mit Benzinmotoren illegal manipuliert wurden und jahrelang deutlich mehr Abgase ausgestoßen haben, als es eigentlich erlaubt wäre. Bislang ist bekannt, dass Audi- und Porsche-PKW von diesem Benziner-Abgasskandal betroffen sind. Doch auch weitere Hersteller haben ihre Autos mit Ottomoren höchstwahrscheinlich illegal manipuliert.  

 

Gerichtsgutachten deckte Fahrzeug-Manipulationen auf 

Im Rahmen eines Verfahrens am Landgericht Offenburg hat ein unabhängiges Gutachten im August 2020 ergeben, dass die Abgaswerte eines Audi Q5 mit Ottomotor die zugelassenen Stickoxid- und Kohlenmonoxid-Grenzwerte um bis zu 60 Prozent überschreiten, wenn das Lenkrad des Autos während der Fahrt bewegt wird. Bleibt das Lenkrad still, erfüllte der PKW die vorgeschriebenen Umweltrichtlinien.   

Eine solche Zykluserkennung wurde bereits vor Jahren in manipulierten Diesel-PKW des gesamten VW-Konzerns festgestellt. Dadurch soll gewährleistet werden, dass die eigentlich umweltschädlichen Fahrzeuge während amtlicher Tests sauber sind und deshalb für den Straßenbetrieb zugelassen werden. Im Testbetrieb wird die Lenkfunktion nämlich nicht genutzt. Dies ermöglicht den Autobauern, Fahrzeuge auf den Markt zu bringen, die die strengen Umweltrichtlinien offiziell einhalten, ohne dafür teure Technik zu entwickeln und somit den Gewinn zu reduzieren.  

Nur kurze Zeit, nachdem der Benziner-Skandal bei Audi öffentlich wurde, kamen auch erste Manipulationsfälle bei Porsche ans Licht. Der Sportfahrzeug-Hersteller selbst hat bei Fahrzeugtests festgestellt, dass mehrere Autos in der Vergangenheit illegal manipuliert wurden. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hat die Ermittlungen in der Sache bereits aufgenommen. Bei Porsche ist bislang bekannt, dass Panamera- und 911er-Modelle mit Ottomotoren aus den Baujahren 2008 bis 2013 illegal manipuliert wurden. 

 

Betroffene Fahrzeughalter haben Anspruch auf Schadensersatz 

“Der Abgasskandal geht nun in die nächste Runde, kommentiert Claus Goldenstein, Rechtsanwalt und Inhaber der Kanzlei Goldenstein & Partner, die mehr als 22.000 Mandanten in der Sache vertritt. Er ergänzt: “Auch die Halter von benzinbetriebenen Autos können nicht länger sicher sein, dass ihre PKW die geltenden Umweltrichtlinien tatsächlich erfüllen. Zahlreiche Fahrzeughalter müssen sich auf zeitnahe Rückrufaktionen einstellen. Das genaue Ausmaß des Benziner-Abgasskandals wird wohl erst in den kommenden Jahren endgültig aufgedeckt werden. 

Halter von möglicherweise manipulierten Fahrzeugen sollten sich unbedingt rechtlich beraten lassen: Die Fahrzeuge werden durch den Skandal enorm an Wert verlieren und im schlimmsten Fall droht sogar der Verlust der Straßenzulassung. Wir von Goldenstein & Partner stehen für eine kostenfreie Beratung zur Verfügung und helfen Verbrauchern auch bei der Durchsetzung ihrer Rechte im Benziner-Abgasskandal.” 

 

Das sind die Verbraucherrechte im Abgasskandal  

Vom Abgasskandal betroffene Fahrzeughalter können die Auszahlung des vollständigen Kaufpreises ihres Fahrzeuges bei dem jeweiligen Hersteller geltend machen und ihr Auto dafür zurückgeben. Alternativ gibt es auch die Möglichkeit, das Fahrzeug weiter zu nutzen und einen Teil des Kaufpreises als Entschädigung zu erstreiten. 

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