13.
Okt 2020

Benziner-Abgasskandal bei Porsche spitzt sich zu

Im August wurde bekannt, dass nicht nur Diesel-Fahrzeuge von Porsche illegal manipuliert wurden, sondern auch Benziner. Dies hatte der Autobauer selbst im Rahmen von internen Prüfungen festgestellt. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) und die Staatsanwaltschaft Stuttgart haben deshalb bereits Ermittlungsverfahren eingeleitet. Das Wirtschaftsmagazin Business Insider hat nun weitere Details in der Sache veröffentlicht. 

Porsche manipulierte die Getriebe der Testfahrzeuge 

Demnach wurden Testfahrzeuge von Porsche deutlich umweltfreundlicher konzipiert als die PKW, die am Ende in den Verkauf gingen. Konkret sollen in den Testfahrzeugen andere Zahnradgrößen im Getriebe der verwendet worden sein. Diese sorgen für längere Übersetzungen und dadurch auch für einen geringeren Kraftstoffverbrauch und CO2-Ausstoß.  

In den PKW, die in den Serienbetrieb gingen, wurden hingegen andere Zahnräder verbaut, die kürzere Übersetzungen im Getriebe ermöglichten. Dadurch wurden die Fahrzeuge dynamischer, stießen jedoch auch deutlich mehr Schadstoffe aus. Tatsächlich hätten diese PKW also eigentlich gar nicht zugelassen werden dürfen. Ein solches Verfahren ist natürlich illegal. 

 

Diese Porsche-Modelle sind von dem Benziner-Abgasskandal betroffen 

Bislang ist noch unklar, in welchem Umfang die Fahrzeugmanipulationen der Porsche-Benziner erfolgte. Definitiv betroffen sind PKW der Modellreihen Panamera und 911. Die betroffenen Fahrzeuge wurden zwischen den Jahren 2008 und 2016 gebaut. Aktuelle Modelle sind nach bisherigen Erkenntnissen nicht von dem Manipulationsskandal betroffen. 

 

Porsche-Halter haben Anspruch auf Schadensersatz 

Auch fünf Jahre nach dem Bekanntwerden des Dieselskandals kommen regelmäßig neue Informationen ans Licht. Vollständig aufgeklärt wurden die Manipulationen noch lange nicht”, kommentiert Claus Goldenstein, Rechtsanwalt und Inhaber der Kanzlei Goldenstein & Partner, die mehr als 22.000 Mandanten in der Sache vertritt. Goldenstein ergänzt:  

Im Fall Porsche hat der Autobauer selbst die PKW-Manipulationen entdeckt, die nun von den Behörden untersucht werden. Es ist das erste Mal in der Geschichte des Abgasskandals, dass ein Fahrzeug-Hersteller sich selbst beschuldigt. Das spricht für einen mehr als erhärteten Verdacht. Besitzer von Porsche Panamera- und 911er-Fahrzeugen müssen sich wohl auf zeitnahe Rückrufaktionen einstellen. Es ist zudem nicht unwahrscheinlich, dass auch weitere Benziner aus dem Hause Porsche illegal manipuliert wurden. 

Die Fahrzeuge werden durch den Skandal wohl enorm an Wert verlieren und im schlimmsten Fall droht sogar der Verlust der Straßenzulassung. Wir von Goldenstein & Partner raten betroffenen PKW-Haltern dazu, sich frühzeitig bezüglich ihrer rechtlichen Möglichkeiten beraten zu lassen und stehen für eine kostenfreie Beratung zur Verfügung. Wer einen illegal manipulierten PKW besitzt, hat nämlich Anspruch auf Schadensersatz. 

 

Das sind die Verbraucherrechte im Abgasskandal  

Vom Abgasskandal betroffene Fahrzeughalter können die Auszahlung des vollständigen Kaufpreises ihres Fahrzeuges bei dem jeweiligen Hersteller geltend machen und ihr Auto dafür zurückgeben. Alternativ gibt es auch die Möglichkeit, das Fahrzeug weiter zu nutzen und einen Teil des Kaufpreises als Entschädigung zu erstreiten. 

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