10.
Feb 2020

Audi-Mitarbeiter vernichteten zahlreiche Dieselskandal-Daten

Laut eines Berichts von Business Insider haben mehr als ein Dutzend Audi-Mitarbeiter zugegeben, dass es in der Ingolstädter Konzernzentrale im September 2015 zu der massenhaften Vernichtung von wichtigen Daten kam, nachdem der VW-Manipulationsskandal aufgeflogen war. Die Audi-Entwickler gelten in Fachkreisen als Miterfinder der Abschalteinrichtungen. Sie sollen manipulierte Motoren für den gesamten Volkswagen-Konzern konzipiert haben. 

Die Aufdeckung des Skandals habe dementsprechend zu einem Panikausbruch bei Audi geführt. So sollen Diesel-Ingenieure wichtige Daten auf externe Speichergeräte übertragen haben, um diese anschließend zu löschen. Dabei setzten die Mitarbeiter des Fahrzeugherstellers auf Spezial-Software-Lösungen, um die Wiederherstellung der Daten unmöglich zu machen. 

Hunderttausende Daten wurden gelöscht

Insgesamt sollen hunderttausende wichtige Informationen gelöscht worden sein. Dabei sollen die Audi-Mitarbeiter konkret nach Daten zu den Stichworten “Zykluserkennung” und “Akustikfunktion” gesucht haben. Unter letzterem Schlagwort wurden die illegalen Abschalteinrichtungen, die den hohen Stickoxid-Ausstoß der Motoren in Testsituationen verschleierten, in die Motoren-Software integriert.

Auch zahlreiche physische Dokumente wurden im Zuge der insgesamt knapp zweiwöchigen Vernichtungsaktion geschreddert und vernichtet. Zeugen berichteten, dass einzelne Räume in der Firmenzentrale dadurch mit Papier bedeckt gewesen seien. Außerdem wurden die  Papiertonnen von Audi demnach fast fünfzehn Mal häufiger geleert als sonst.

Claus Goldenstein, Rechtsanwalt und Inhaber der Kanzlei Goldenstein & Partner, kommentiert:

“Die aktuellen Berichte bestätigen einmal mehr, dass innerhalb des gesamten Volkswagen-Konzerns alles dafür getan wurde, um den Dieselskandal zu verschleiern. Bis heute wurde der Skandal nicht vollständig aufgeklärt und die massenhafte Vernichtung von relevanten Daten hat dabei sicherlich keine unwesentliche Rolle gespielt. Zudem ist es nicht unwahrscheinlich, dass es auch bei Volkswagen zu einer ähnlich großen Vernichtungsaktion gekommen ist.

Da die Halter der betroffenen Fahrzeuge davon ausgingen, dass ihre Fahrzeuge die gültigen Umweltnormen erfüllen, haben diese die Möglichkeit, juristisch gegen die Hersteller vorzugehen und eine Entschädigung durchzusetzen, die über dem Gebrauchtwagenmarktwert liegt. Wir von Goldenstein & Partner unterstützen zur Zeit mehr als 17.800 Mandanten bei der Durchsetzung ihrer Rechte im Abgasskandal und wir sind mit nahezu jeder unserer Individualklagen erfolgreich. 

Im Mai diesen Jahres wird ein Fall unserer Kanzlei zudem vor dem Bundesgerichtshof in Karlsruhe verhandelt. Es ist der erste Abgasskandal-Fall vor der obersten juristischen Instanz in Deutschland. Wir raten betroffenen Autobesitzern unbedingt dazu, ihre Rechte in der Sache durchzusetzen.”

Bereits im Oktober 2018 wurde Audi von der Staatsanwaltschaft München wegen der Manipulation von Dieselfahrzeugen mit einer Geldstrafe in Höhe von 800 Millionen Euro bestraft. Zu diesem Zeitpunkt wurden in Deutschland bereits Rückrufe für mehr als 150.000 Audi-Fahrzeuge veranlasst. Volkswagen musste im Rahmen des Skandals bislang mehr als elf Millionen Fahrzeuge weltweit zurückrufen.