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zum Benziner Abgasskandal

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Der Abgasskandal betrifft auch Benziner!

Bis zuletzt beschränkte sich der Abgasskandal nur auf Diesel-Fahrzeuge. Doch mittlerweile ist klar, dass auch Benziner illegal manipuliert wurden. Bisher bekannt sind die Manipulationsfälle bei Audi und Porsche. Es ist jedoch sehr wahrscheinlich, dass auch andere benzinbetriebene PKW-Modelle aus dem Volkswagen-Konzern manipuliert wurden.

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Wie kam der Benziner-Abgasskandal ans Licht?

Im Rahmen eines Verfahrens am Landgericht Offenburg hat ein unabhängiges Gutachten ergeben, dass die Abgaswerte eines Audi Q5 mit Ottomotor die zugelassenen Stickoxid- und Kohlenmonoxid-Grenzwerte um bis zu 60 Prozent überschreiten, wenn das Lenkrad des Autos während der Fahrt bewegt wird. Bleibt das Lenkrad still, erfüllte der PKW die vorgeschriebenen Umweltrichtlinien.  

Eine solche Zykluserkennung wurde bereits vor Jahren in manipulierten Diesel-PKW des gesamten VW-Konzerns festgestellt. Dadurch soll gewährleistet werden, dass die eigentlich umweltschädlichen Fahrzeuge während amtlicher Tests sauber sind und deshalb für den Straßenbetrieb zugelassen werden. Im Testbetrieb wird die Lenkfunktion nämlich nicht genutzt. Dies ermöglicht den Autobauern, Fahrzeuge auf den Markt zu bringen, die die strengen Umweltrichtlinien offiziell einhalten, ohne dafür teure Technik zu entwickeln und somit den Gewinn zu reduzieren. 

Nur kurze Zeit, nachdem der Benziner-Skandal bei Audi öffentlich wurde, kamen auch erste Manipulationsfälle bei Porsche ans Licht. Der Sportfahrzeug-Hersteller selbst hat bei Fahrzeugtests festgestellt, dass mehrere Autos in der Vergangenheit illegal manipuliert wurden. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hat die Ermittlungen in der Sache bereits aufgenommen.

Welche Fahrzeuge sind vom Benziner-Abgasskandal betroffen?

Das Gutachten, das den Benziner-Abgasskandal bei Audi ans Licht brachte, wurde für einen Audi Q5 TFSI 2.0 aus dem Baujahr 2015 erstellt. Der PKW wurde als Euro 6-Fahrzeug zugelassen. Da in dem Fahrzeug ein Motor des Typs EA888 eingebaut wurde, liegt der Verdacht nahe, dass auch weitere PKW mit diesem Motor illegal manipuliert wurden. Das betrifft unter anderem Audi- Modelle der Baureihen A4, A5, A6, A7, A8, Q3, Q5 und Q7. Auch in diversen VW Golf-Modellen wurde dieser Motor verbaut.

Bei Porsche ist bislang bekannt, dass Panamera- und 911er-Modelle mit Ottomotoren aus den Baujahren 2008 bis 2013 illegal manipuliert wurden. Es ist wahrscheinlich, dass auch weitere benzinbetriebene Fahrzeuge aus dem VW-Konzern sowie von anderen Herstellern vom Abgasskandal betroffen sind. 

Was bedeutet es, wenn mein Fahrzeug vom Abgasskandal betroffen ist?

Wenn Ihr PKW vom Abgasskandal betroffen ist, müssen Sie sich auf eine Rückrufaktion gefasst machen, denn das Auto darf eigentlich nicht auf deutschen Straßen gefahren werden. In der Regel erfolgt im Zuge dieser Rückrufaktion eine Software- oder Hardware-Nachrüstung, die das Auto sauber machen soll. Ein solches Verfahren ist jedoch kein harmloser Eingriff und kann unter anderem zu Fahrzeugschäden sowie einem erhöhten Benzinverbrauch führen. Im schlimmsten Fall können den Fahrzeugen zudem die Straßenzulassung entzogen werden. 

Definitiv verlieren die betroffenen PKW enorm an Wert, denn der Markt für illegal manipulierte Fahrzeuge ist logischerweise nicht sehr groß. Im Rahmen des VW-Dieselskandals haben die betroffenen PKW nicht selten einen Wertverlust in Höhe von mehreren Tausend Euro hingenommen. Unter anderem deshalb haben die Besitzer von manipulierten PKW Anspruch auf Schadensersatz. 

Welche Rechte haben betroffene Fahrzeughalter?

Wer ein illegal manipuliertes Fahrzeug besitzt, hat grundsätzlich Anspruch auf Schadensersatz und kann die Rückgabe des jeweiligen PKW gegen eine Entschädigungszahlung durchsetzen. Der individuelle Schadensersatz im Benziner-Abgasskandal setzt sich aus dem ursprünglichen Kaufpreis des Fahrzeuges zuzüglich Verzugszinsen und abzüglich einer sogenannten Nutzungsentschädigung zusammen. Letztere soll den Wertverlust des jeweiligen Fahrzeugs aufgrund der bisherigen Nutzung darstellen. 

Die Höhe der Nutzungsentschädigung berechnet sich aus dem Anteil der bisher zurückgelegten Kilometer an der maximalen Laufleistung jedes Fahrzeuges. Diese maximale Laufleistung wird in der Regel mit etwa 250.000 bis 350.000 Kilometern beziffert. Hat ein Auto also 150.000 Kilometer zurückgelegt und es wird eine Maximalleistung von 300.000 Kilometern angenommen, wird eine Nutzungsentschädigung von 50 Prozent des ursprünglichen Kaufpreises von der Entschädigungssumme abgezogen. Der Kläger bekäme folglich eine Entschädigung in Höhe der Hälfte des ursprünglichen Kaufpreises. 

Während sich die Nutzungsentschädigung negativ auf die jeweilige Entschädigungssumme auswirkt, wird diese durch die Auszahlung von Verzugszinsen erhöht. Diese Zinsen in Höhe von aktuell 4,12 Prozent pro Jahr muss Volkswagen betroffenen Klägern ab dem Tag der Klageerhebung auszahlen, denn ab diesem Datum haben die jeweiligen Halter ihr Recht auf die Rückabwicklung ihres PKW geltend gemacht. Sie mussten ihren PKW demnach bis zum Ende des Verfahrens behalten, obwohl sie diesen eigentlich abgeben wollten. 

Alternativ gibt es auch die Möglichkeit, das Fahrzeug weiter zu nutzen und etwa 20 Prozent des ursprünglichen Kaufpreises als Entschädigung durchzusetzen. Dies ergibt vor allem für PKW-Besitzer Sinn, deren Fahrzeuge schon vergleichsweise viele Kilometer zurückgelegt haben.